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Wichtigste Grundideen Im Vordergrund soll der Spaß am gemeinsamen Ausprobieren zirkusreifer Aktionen wie Jonglage, Zauberei, Körperpyramiden bauen, Einradfahren, Akrobatik, Clowns spielen … stehen. Dabei sollen der Phantasie keine Grenzen gesetzt werden. Es liegt uns sehr viel daran, keiner Leistungs- und Defizitorientierung Raum zu geben. Daher geht es in erster Linie um die Freude beim Tun und nur am Rande um die Vorbereitung auf eventuelle Aufführungen. Wir erleben, dass die Kinder und Jugendlichen in einem sehr hohen Maß an Eigenverantwortung Spaß haben und kreativ sind. Die im Zirkus erworbenen psychomotorisch wirksamen Koordinations- und Balancetechniken fördern die kindliche Entwicklung. Eine weitere Idee ist der Aufbau von internationalen Kontakten. Der Verein soll eine integrative Funktion insbesondere in der Stadt Marburg übernehmen, in der sehr viele Nationalitäten vertreten sind. Darüber hinaus gibt es natürlich die Perspektive, Kontakte zu bestehenden Zirkusgruppen anderer europäischer oder auch aussereuropäischer Länder zu knüpfen und gemeinsame Aktionen zu verwirklichen (Feriencamps, Workshops, Aufführungen oder sonstige Begegnungen). Hierin käme dann auch der ursprüngliche Charakter von Zirkus als reisende, weltoffene Gruppe zum Tragen. Geschichte Der Kinderzirkus ist entstanden im ILK (Institut für Lebens Kunst) in der Alten Mensa, Reitgasse 11. Dort lief er seit 2001 als Kurs, war aber ziemlich teuer, weil es keine Bezuschussung für freiberufliche Tätigkeit in diesem Bereich gibt. Dadurch konnten nicht alle Kinder, die wollten mitmachen. Nun ist der freiberufliche Kinderzirkus in einen Verein umgewandelt worden. Mit niedrigeren (und in besonderen Fällen auch ohne) Teilnahmegebühren soll nun allen Kindern die Möglichkeit gegeben werden, beim Kinderzirkus mitzumachen. So sehen wir die Kinder/ unser pädagogischer Anspruch Kinder sind immer vollständig mit allem was sie äußern, mit ihrer persönlichen Geschichte, die sie mitbringen, mit ihren Talenten, ihren Möglichkeiten und auch Unmöglichkeiten. Jedes Kind kann eine besondere selbstwertstärkende Rolle ausbauen; und wenn der kräftige, ansonsten vielleicht unbewegliche Junge 10 mal so lange braucht, Einrad zu fahren, so hat er doch in einer Körperpyramide vielleicht die buchstäblich tragendste Rolle von allen. Kinder können ihre Sozialkompetenz ausbauen, wenn es erforderlich ist Gruppenentscheidungen zu finden oder einfach nur sich bei einer Aufführung (wieder buchstäblich) die Bälle zuzuwerfen. Neben dem Spaß steht das Lernen einer jeden Person im Vordergrund dieser Betrachtung- das Lernen der KursleiterInnen und Kinder. Lernen lässt sich gleichsetzen mit Kennenlernen: von sich, seinen Beziehungen zu anderen Menschen und zu seiner Umwelt. Wir unterstellen in unserer Arbeit, daß jeder Mensch ohnehin lernt. Lernen muss also nicht hergestellt oder ausgelöst werden, sondern kann beobachtet und gestaltet werden. Im Kinder- Jugendzirkus wollen wir Talenten Raum geben - herstellen können wir sie nicht. Wir gehen davon aus, dass Lernen, Entwicklung und Veränderung, die man geschehen lässt, leichter und angenehmer ist, als eine erzwungene. Die Grundlage für unsere Sicht- und Herangehensweise ist folgende: Der Mensch ist nie defizitär. Jedes Verhalten, jeder Ausdruck, jedes Wort eines Menschen macht Sinn innerhalb seiner momentanen Präsenz; Vergangenheit, Gegenwart und Wünsche sind Teile dessen. Wir sehen keine Notwendigkeit, den Sinn von Verhalten vollständig zu erfassen, wir sehen es sogar als unmöglich an. Jedoch die Unterstellung einer Logik und ihrer Nichterfassbarkeit kann die Veränderung von „überflüssigen“ Bewertungen befreien. Das bedeutet: für das Lernen spielen Kategorien wie "richtig" oder "falsch" keine Rolle (Für das Bauen von Körperpyramiden sehr wohl). Kinder / Jugendliche können sich leichter Raum nehmen, wenn weniger bewertet (verurteilt), erwartet oder gefordert wird.
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